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  • Melissa

Gewöhnliche Schafgarbe

Aktualisiert: 20. Juli 2023

lat.: Achillea millefolium

Familie: Korbblütler


gewöhnliche schafgarbe, achillea millefolium
Gewöhnliche Schafgarbe

Die gewöhnliche Schafgarbe (lat.: Achillea millefolium) wird aufgrund ihrer Blattform und der feinen, gefiederten Gestalt der Blätter im Volksmund auch Augenbraue der Venus genannt. Die Schafgarbe ist ein Frauenheilkraut und gilt in der Volksmedizin als eine der wichtigsten Heilpflanzen. Sie findet Anwendungen bei Entzündungen aller Art. Sei es bei äußerlichen Wunden und Verletzungen der Haut als auch innerlich bei Blasenentzündungen oder Magen-Darm-Beschwerden.


Inhalt


Weitere Bezeichnungen

Achilleskraut, Gotteshand, Soldatenkraut, Wundkraut, Blutstillkraut, Schafzunge, Gänsezunge, Tausendblatt, Jungfrauenkraut, Augenbraue der Venus, Frauendank, Feldgarbenkraut


gewöhnliche schafgarbe, achillea millefolium

Pflanzenbeschreibung

Die gewöhnliche Schafgarbe ist eine mehrjährige Staude und wird zwischen 20 und 120 cm groß. Sie bildet eine Blattrosette, aus welcher sich der aufrecht wachsende, zähe und zerstreut behaarte Stängel erhebt.


Die Blätter sind im Umriss lanzettlich geformt und fein gefiedert. Dieser feinen Fiederung hat die Schafgarbe auch ihren lateinischen Beinamen "millefolium" oder die Bezeichnung "Tausendblatt" im Volksmund zu verdanken, da das Blatt den Anschein macht, als bestünde es aus 1000 einzelnen Fiederblättchen. Die Blätter sind 2-3-fach fiederspaltig und wachsen gegenständig am Stängel. Die Stängelblätter haben beiderseits mehr als 10 Fiederblätter und sind sehr weich und fein.


Der Gesamtblütenstand der Schafgarbe erscheint doldenartig (Scheindolde). Die Blüte besteht aus vielen kleinen Seitenästen und entspringt nicht aus einem Punkt, wie es bei einer echten Dolde der Fall wäre. Bei den einzelnen Blütenköpfchen handelt es sich um Teilblütenstände mit 4-6 weißen oder manchmal auch rosafarbenen Zungenblüten am Körbchenrand. In der Mitte der Blüte befinden sich gelblich-weiße Röhrenblüten. Die Blütenköpfchen werden von schmalen und spitzen Hüllblättern eingerahmt. Der Blühzeitpunkt ist von Mai bis Oktober.


Die Früchte sind leicht gelblich bis gräulich und geflügelt. Es handelt sich hierbei um eine Achäne, die allerdings keine Haarkrone besitzt. Die Früchte enthalten längliche, bräunliche Samen.


gewöhnliche schafgarbe, achillea millefolium
Quelle: www.BioLib.de

Vorkommen

Die gewöhnliche Schafgarbe wächst meist in kleinen Gruppen auf Wiesen, Weiden, Halbtrockenrasen und Äckern. Sie bevorzugt nährstoffreiche, lehmige Böden. Sie ist eine Pionierpflanze und hat bodenheilende Eigenschaften. Sie ist bis ins Gebirge verbreitet.


Verwechslungsmöglichkeiten

Es sind keine bekannt.


Inhaltsstoffe

Achillein (Alkaloid), ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, Vitamine, Spurenelemente (Kalium, Kupfer), Cumarine, Eiweiße, Harze, Inulin


Verwendung der gewöhnlichen Schafgarbe in der Volksheilkunde

Die gewöhnliche Schafgarbe enthält ähnliche ätherische Öle wie die echte Kamille und wird als krampflösende, verdauungsfördernde und appetitanregende Heilpflanze geschätzt. Neben der Kamille und der Lindenblüte ist die Schafgarbe eine der beliebtesten Volksheilmittel. In der Volksmedizin wird das ganze blühende Kraut verwendet.


Die Wildpflanze ist als ein aromatisches Bittermittel heilsam bei Magen-, Darm- und Gallenbeschwerden. Sie fördert die Verdauung, wirkt stärkend und kann bei Blähungen helfen. Die Schafgarbe wird auch bei Blutungen aller Art verwendet. Äußerlich hilft sie bei Nasenbluten und Wunden. Sie soll bei Verletzungen verhindern, dass Eiterungen und Geschwüre entstehen. Bei innerlichen Blutungen kann sie unterstützend in Pulverform mit warmem Wasser gemischt eingenommen werden.


Als Tee getrunken wirkt die gewöhnliche Schafgarbe schweißtreibend und fiebersenkend. Aufgrund ihrer krampflösenden Eigenschaften ist sie auch ein beliebtes Frauenheilkraut wird gerne bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Schon Hildegard von Bingen nutze die Schafgarbe als Frauenkraut, da sie bei schwacher, unregelmäßiger aber auch zu starker Menstruation und bei Ausfluss Linderung verschaffen kann.


In Form eines Hydrolats (Pflanzenwasser) eignet sich die Schafgarbe zur Pflege entzündeter, empfindlicher Haut und Schleimhaut. Das Hydrolat kann als Körperspray genutzt werden und auch bei Sonnenbrand verwendet werden. Auf psychischer Ebene kann die Schafgarbe beruhigend und kräftigend auf das Nervensystem wirken und so z.B. bei Erschöpfung und innerer Unruhe helfen.


gewöhnliche Schafgarbe, achillea millefolium

Verwendung in der Küche

Die zarten und frischen Grundblätter der Schafgarbe können im Frühjahr als würzige Zutat in Gemüsegerichten und Salaten verwendet werden. Ebenso eignen sich dafür die weichen Blätter unterhalb des Blütenstands, welche man bis in den September hinein ernten kann. Die Blätter eignen sich auch für die Herstellung von Kräutersalz, Nudelteig, Kräuterbutter oder Kräuteressig. Junge und alte Blätter eignen sich gleichermaßen zum Trocken für Tee oder Räuchermischungen.


Mit den Blüten kann man von Mai bis September Zucker aromatisieren oder einen süßen Aufstrich herstellen. Sie können ebenfalls als Geschmacksgeber in Tees, Getränken und Eingelegtem verwendet werden. Der Geschmack der Schafgarbe ist herb, scharf und muskatnussähnlich. Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe eignet sich das Wildkraut auch besonders als Würzkraut für fettige Speisen, da durch die Bitterstoffe die Verdauung angekurbelt wird.


Brauchtum

Den wissenschaftlichen Namen "Achillea" verdankt die gewöhnliche Schafgarbe Achilles, dem Held von Troja. Dieser verwendete die Pflanze als Wundheilmittel bei Verletzungen seiner Soldaten (daher auch der volkstümliche Name "Soldatenkraut"). Die alten Griechen gaben der Pflanze deshalb den Namen "Achilleion", von dem sich dann der heutige Name abgeleitet hat.


Die getrocknete Schafgarbe wurde früher auch als gelbes Färbemittel für Wolle eingesetzt.


Hinweis:


Alle in diesem Artikel genannten Vorschläge und Rezepte sind ohne Gewähr. Es handelt sich hierbei um überlieferte Empfehlungen aus der Volksheilkunde. Die Anwendung von Wildkräutern und Heilpflanzen ersetzt keinen Arztbesuch und sollte gegebenenfalls vorab mit einem Arzt oder Apotheker geklärt werden.


Quellen

Bosch, M. (2020). Wildkräuter am Blatt erkennen. Stuttgart: Franckh-Kosmos.


Fleischhauer, S., & Guthmann, J. (2017). Essbare Wildpflanzen einfach bestimmen. Aarau: AT.


Spohn, M., & Golte-Bechtle, M., & Spohn, R. (2021). Was blüht denn da?. Stuttgart: Franckh-Kosmos.


Walde-Frankenberger, B., & Walde, P. (2019). Wildkräuter und Wildfrüchte in der Region Stuttgart. Erkennen, sammeln, anwenden. Tübingen: Silberburg.





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